Ernährungsmythen

3 hartnäckige Ernährungsmythen aufgedeckt

Welche Ernährungsmythen stimmen und welche nicht? Heute möchte ich auf einige Ernährungsmythen eingehen, die in unserer breiten Gesellschaft immer noch weit verbreitet sind und die man fast täglich auf irgendwelchen Internetseiten, Zeitschriften oder in Zeitungen liest. Auch deshalb entwickeln sich Essverhalten und Essgewohnheiten oft in eine falsche Richtung. Es werden Prioritäten falsch gesetzt und Unwahrheiten ohne zu hinterfragen geglaubt.

Meistens steckt eine Lobby dahinter, um Produkt XY zu verkaufen oder es werden Studien schlecht interpretiert bzw. Studien mit schlechtem Design oder veraltete Studien als Argument genutzt. Bei dieser ganzen Informationsflut der wir heutzutage ausgesetzt sind, kann man den Menschen kaum ein Vorwurf machen, wenn sie die folgenden Ernährungsmythen immer noch glauben und sich damit unbewusst einschränken oder gar gesundheitliche Vorteile nicht nutzen. Wir sollten endlich aufhören schwarz-weiß zu denken. Dafür ist die Ernährung und die Gesundheit viel zu komplex. Gewisse Punkte sollte man immer im Kontext betrachten und keine pauschalen Urteile fällen. Auch wenn die folgenden Mythen von mir jetzt widerlegt werden, kann es trotzdem sein, dass bei individuellen Krankheitsbildern ein Verzicht auf die folgenden Produkte nötig ist.

Ernährungsmythen – Eier sind ungesund

Eier sind ungesund ist einer von vielen Ernährungsmythen

Ich glaube jeder kennt die Verteufelung von Eiern nur zu gut. „Man sollte nicht öfter als zweimal in der Woche Eier auf dem Speiseplan stehen haben“, Sätze die uns bis heute in der Gesellschaft verfolgen. Der Grund dafür ist die Portion Cholesterin die in den Eiern steckt. Und ein zu hoher Cholesterinwert ist ja schlecht für uns Menschen, oder?!

Jetzt mal Butter bei den Fischen…

Das Problem dabei ist, dass Nahrungscholesterin unser Blutcholesterin wenig bis gar nicht beeinflusst (1,2). Nehmen wir mehr Cholesterin über die Nahrung auf, drosselt unser Körper die Eigenproduktion aus eigener Kraft. Der Cholesterin-Wert ist außerdem bei dem Großteil der Menschen in erster Linie genetisch bedingt (3) und hängt stark von dem persönlichen Lebensstil ab. Es gibt Leute die mehr oder weniger auf Nahrungscholesterin reagieren (Responder und Non-Responder). Es gibt kaum Lebensmittel die uns zur Verfügung stehen, die so nährstoffreich und dabei noch natürlich sind wie Eier. Außerdem haben Eier ein ausgezeichnetes Aminosäurenprofil und liefern uns alle essentiellen Aminosäuren die unser Körper braucht.

Positiven Eigenschaften und Auswirkungen von Eiern auf unsere Gesundheit:

  • Eier sind gut für die Augen (4)
  • Können sich positiv auf das Gewichtsmanagement auswirken (5,6)
  • Erhöhen den HDL-Wert (das „gute“ Cholesterin) bei Menschen die sensibel auf Cholesterin reagieren. Und senkt somit das Risiko auf Herzinfarkte (1,2,7,8)
  • Positive Wirkung auf die Herzgesundheit (7,8)
  • Liefern uns wichtige und wertvolle Vitamine, Mineralien und Nährstoffe
  • Eier liefern uns hochwertiges Eiweiß
  • Beugen ein Folsäure-Mangel

Die Aussage, dass man nur zwei Eier pro Woche essen sollte ist also völliger Unsinn und stammt aus veralteten Fehlinterpretationen. Mich wundert es deshalb auch sehr, dass die DGE diesen Konsum-Wert empfiehlt. Wobei ich an der Stelle anmerken muss, dass ich vieles nicht verstehe, was die DGE so für empfehlenswert hält. Stichwort Proteinkonsum, Lebensmittelauswahl etc….

Das Frühstücksei darf also durchaus bedenkenlos täglich konsumiert werden. Und hat sogar noch viele positive Einflüsse! Oder ums es mit den Worten Oliver Kahns zu schreiben: „Eier, wir brauchen Eier“ 😊.

Ernährungsmythen – Zuviel Protein ist schädlich für die Nieren

zu viel Protein ist schädlich für die Nieren ist einer von vielen Ernährungsmythen

Viel zu lange wurde behauptet, dass viel Eiweiß in der Ernährung schädlich für die Nieren wäre. Auch wenn es in der Theorie logisch klingen mag, sieht es in der Praxis jedoch anders aus. Es gibt bisher keine Beweise dafür dass ein hoher Proteinkonsum bei gesunden Menschen die Nieren schadet. Im Gegenteil, Studien zeigen, dass ein hoher Proteinanteil in der Ernährung positiven Einfluss z.B auf die Körperkomposition hat (9). Eine ziemlich aktuelle Studie aus 2016 zeigte sogar keine negativen Auswirkungen auf die Nierenfunktion bei satten 3g Eiweiß pro Körpergewicht. (10) Einer der Probanden überstieg den Wert sogar auf 6g.

Wieviel Protein du schlussendlich benötigst ist sehr individuell. Das hängt stark von deiner täglichen Aktivität ab.

An dieser Stelle noch eine wichtige Anmerkung. Sollte man unter einer chronischen Nierenerkrankung leiden, führt eine proteinreiche Ernährung zu einer zusätzlichen Belastung für die Nieren. In so einem speziellen Fall, sollte davon abgeraten werden!!! Dieses Beispiel zeigt auch wieder nur zu gut wie unterschiedlich ein gesunder Körper und ein kranker Körper auf bestimmte Dinge reagieren.

 

Ernährungsmythen – Milch ist ungesund

Milch ist ungesund ist einer von vielen Ernährungsmythen

Das Milch ungesund ist kommt meistens von Seiten der veganen Fraktion oder der Alternativmedizin. Meist werden irgendwelche einzelne Studien mit schlechtem Design, epidemiologische Studien oder Tierstudien rausgepickt und als Argument verwendet. Traurig aber wahr… Denn betrachtet man den Body of Evidence und alle randomisierten Kontrollstudien (RCTs), kommt man schnell zur Erkenntnis, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Vor allem wenn es um Vorbeugung von Osteoporose, allgemeiner Gesundheit und dem Wachstum (also für unsere Kinder) mehr Vorteile von Milchprodukten als Nachteile gibt.

Verzichtet man auf Milch aus ethischen, moralischen oder sonstigen Gründen ist das selbstverständlich völlig in Ordnung und nachvollziehbar! Also bitte nicht falsch verstehen. Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich auf wissenschaftliche Fakten und soll weder eine Meinung noch ein persönliches Empfinden widerspiegeln!

Zuerst muss man erwähnen das Milch eine hochwertige Eiweiß-Quelle ist. Der Körper kann das Protein aus Milch optimal verwerten. Zum Beispiel als Reparatur und Aufbau der Muskeln nach dem Krafttraining (11,12,13). Milch verbessert signifikant unsere Knochengesundheit (14,15,16) was an dem hochwertigen Calcium in der Milch liegt. Ich schreibe absichtlich „hochwertig“, weil im Vergleich zu den meisten pflanzlichen Produkten die Calcium enthalten, dass Calcium aus Milch viel besser verwertet wird!

Hier noch weitere Fakten auf den positiven Einfluss unserer Knochengesundheit von Milch:

  • Kinder: erhöhter Konsum von Milchprodukten, hat positiven Einfluss auf die Knochenentwicklung (17,18,19)
  • Erwachsene: Konsum von Milchprodukten vermindert den Abbau von Knochenmasse und sorgt für eine höhere Knochendichte (20,21,22)
  • Senioren: Der Konsum von Milchprodukten verbessert die Knochendichte und senkt das Risiko für Knochenbrüche (23,24,25)

Aber was ist mit Wachstumshormonen in der Milch?

Ja stimmt, Es sind durchaus Wachstumshormone in der Milch enthalten. Muss man jetzt deswegen Angst haben und auf Milch verzichten? Nein, denn die geringen Mengen an Wachstumshormonen in der Milch sind völlig unbedenklich weil sie im menschlichen Organismus nicht aktiv sind (26).

Aber selbst wenn diese aktiv wären….

Die Menge an Wachstumshormonen in der Milch, sind mit 1/1000 Gramm pro Liter Milch eh schon sehr gering (27) und davon werden bei der Hitzebehandlung der Milch nochmal 85-90% zerstört (28).

Also ist die Angst völlig unbegründet.

Wenn du also nicht aus ethischen Gründen die Milch meidest oder eine Laktoseintoleranz hast, solltest du die positiven Effekte auf die Gesundheit durchaus nutzen (29,30,31,32,33).

 

Anmerkung von Max: Die Milchprodukte die man heutzutage im Handel kaufen kann sind größtenteils verarbeitete Produkte. Die positiven Effekte der Milch beziehen sich jedoch auf Rohmilch. Also auf Milch, welche direkt aus dem Euter einer Kuh kommt und nicht homogenisiert, pasteurisiert oder chemisch bearbeitet wurde. Dabei ist vor allem die Quelle der Milch von Entscheidung. Die Milch aus konventioneller Landwirtschaft ist vollgepumpt mit Antibiotika und Hormonen, wobei hingegen Milch aus biologischer Landwirtschaft deutlich weniger belastet ist. Insgesamt ist das Thema „Milchprodukte“ sehr heikel und beide Positionen kann man durch Studien belegen.

 

Wenn Du Eier, Milchprodukte und allgemein dein Eiweißkonsum in deiner Ernährung an deine Bedürfnisse anpassen möchtest oder deine Cholesterinwerte zu hoch sind, helfen wir dir in unseren Beratungen weiter. Auch bei Alternativen, einer veganen Ernährungsform, bei Unverträglichkeiten oder persönlichen Vorlieben helfen wir dir sehr gerne weiter und geben dir in jederlei Hinsicht professionelle Hilfestellungen. Hier gibts weitere Informationen.

 

Thorstens Meinung zu den Ernährungsmythen:

Im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden was er glaubt und was nicht. Es gibt jedoch Fakten die sich nun mal nicht abstreiten lassen. Ob man sie nun mag oder nicht. Ich persönlich versuche immer neutral an die Dinge ran zu gehen. Ich identifiziere mich nicht mit meiner Ernährungsform, deswegen bin ich für alles offen, wenn man es mir belegen kann. Und ich bin auch niemandem böse wenn man mein bisheriges Wissen faktisch korrigiert. Im Gegenteil ich lasse mich gerne neu Überzeugen. Allerdings finde ich es problematisch wenn verschieden Lobbys Halbwahrheiten oder Längst Korrigierte Thesen an die breite Masse verbreiten. Oder irgendwelche endgültige Schlüsse ziehen ohne das „Gesamte“ zu betrachten. Angefangen mit Tierstudien oder Bevölkerungsstudien. Diese Studien geben uns allerdings nur MÖGLICHE Hinweise für weitere genauere Studien (RCTS) und Paper. Korrelation ist nicht gleich Kausalität… Und einzelne kleine oder nicht so wichtige Faktoren aus dem Gesamtkontext rauszuziehen und wie ein Luftballon aufzublasen um den Menschen Angst zu machen um ihn in eine bestimmte Richtung zu lenken oder um Ihnen Produkt XY aufzutischen, finde ich persönlich sehr bedenklich.

Falls man aus ethischen Gründen auf bestimmte Lebensmittelgruppen verzichten möchte, ist das eine andere Geschichte. Dies ist nachzuvollziehen und vor allem zu respektieren! Wenn man weiß was man tut und sich zur Not auch helfen lässt, spricht auch gesundheitlich nichts dagegen.

 

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Quellen:

  1. http://www.bmj.com/content/346/bmj.e8539
  2. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19369056
  3. http://www.jlr.org/content/32/8/1281.full.pdf
  4. http://ajcn.nutrition.org/content/70/2/247.short
  5. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16373948
  6. http://www.nature.com/ijo/journal/v32/n10/abs/ijo2008130a.html
  7. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17341711
  8. http://journals.lww.com/co-clinicalnutrition/Abstract/2006/01000/Dietary_cholesterol_provided_by_eggs_and_plasma.4.aspx
  9. https://jissn.biomedcentral.com/articles/10.1186/1550-2783-11-19
  10. https://jissn.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12970-016-0114-2
  11. http://jn.nutrition.org/content/early/2013/01/22/jn.112.168021.full.pdf
  12. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18608553
  13. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18768358
  14. http://www.nutritionandmetabolism.com/content/10/1/46
  15. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10759135?dopt=Abstract
  16. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20232111
  17. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7699532
  18. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9077538
  19. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10648270
  20. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2294135
  21. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7484282
  22. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8889855
  23. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9814452
  24. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9495509
  25. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9920080
  26. http://www.jstor.org/stable/2877952?seq=1#page_scan_tab_contents
  27. http://europepmc.org/abstract/med/2311373
  28. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2341916
  29. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3703276/
  30. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22032348
  31. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23964319
  32. http://authoritynutrition.com/is-dairy-good-for-your-bones/
  33. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21529374

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